Willkommen bei der Schweizerischen Greina-Stiftung

Trockengelegter Flussabschnitt der Maggia (© SGS)

Gemäss Bundesamt für Umwelt (BAFU) ist "der Zustand der Biodiversität in der Schweiz [...] unbefriedigend. Die Hälfte der Lebensräume und ein Drittel der Arten sind bedroht." Weiter stellt das BAFU fest, dass vor allem die ökologischen Defizite der Gewässer dafür verantwortliche sind. Ungefähr 18% derjenigen Arten, die unmittelbar auf Gewässer angewiesen sind, sind vom Aussterben bedroht, 4% davon sind bereits ausgestorben.

Bach im Val d'Urse Puschlav

Der Bundesrat hält in seinem Aktionsplan Strategie Biodiversität Schweiz (2017) fest, dass die Biodiversität unentbehrlich für das menschliche Wohlergehen ist. Die Gemeinschaften aus Pflanzen, Tieren, Pilzen sowie Mikroorganismen funktionieren als Einheit miteinander. Sie stehen mit Ihrer nicht belebten Umwelt in Wechselwirkungen (Ökosysteme) und erbringen unverzichtbare Leistungen von hohem wirtschaftlichem, gesellschaftlichem und ökologischem Wert.

Die Massa im Kanton Wallis - trockengelegt durch die ALPIQ (© SGS)

Nach der Atomkatastrophe von Fukushima revidierte das Bundesparlament 2013–2016 das neue Energiegesetz (EnG). Der Bundesrat wies auf das riesige Energie(Spar)- Potential der Gebäude hin. Doch im Parlament setzte sich die stärkste Lobby der Kleinwasserkraftwerke (KWKW) über alle Bedenken hinweg. Die Tatsache, dass rund 15'800 km unserer Flüsse und Bäche bereits «teilweise oder ganz trockengelegt sind» (Bundesrat, 27. Juni 2007), interessiert diese verbissenen KWKW-Lobbyisten nicht.

Tote Aale nach einer Kraftwerkstufe (© Aqua Viva)

Der Grossteil der heute bestehenden Wasserkraftanlagen wurde gebaut, bevor es eine gesetzliche Restwasserregelung gab. Durch diese intensive Nutzung der Gewässer – zugunsten der Energieproduktion – führten die betroffenen Gewässer kein oder nur noch wenig Wasser. Die Wasserlebewesen verloren ihren Lebensraum und starben teilweise aus. Die Bundesverfassung schreibt seit 1975 angemessene Restwassermengen in unseren Gewässern vor.

Trockengelegter Flussabschnitt der Maggia (© Herbert Maeder)

Das im Mai 2017 angenommene neue Energiegesetz legte den Grundstein für den Umbau der Schweizerischen Energieversorgung. Wie dieser Umbau konkret aussehen soll, ist jedoch unklar. Nachdem der Nationalrat das CO2-Gesetz völlig ausgehölt hatte, machten die Schweizer Jugendlichen - zusammen mit weiten Teilen der Bevölkerung - deutlich, dass sie ein „Weiter so“ nicht akzeptieren.